Für sechs Reiterinnen des IPZV Radevormwald ging es im November nach Erftstadt ins Trainingszentrum von „Reiten in Balance“. Dort erwartete sie der Reitsimulator „Sir Keno“ und ein informativer und lehrreicher Tag.
„Timing, Gleichgewicht und eine feine Körperkontrolle – das alles sind wichtige Komponenten beim Reiten“, sagte Trainerin Sabrina den Teilnehmerinnen und erklärte zunächst die Grundidee des Reitens in Balance und die Grundlagen der Neuroathletik. Insbesondere das neuroathletische Training soll Reitern dabei helfen, diese Fähigkeiten gezielt zu verbessern und zwar genau dort, wo sie entstehen: im Gehirn. Durch das kombinierte Training mit dem Reitsimulator sollen idealerweise individuelle Bewegungsmuster sichtbar werden, die sich dann langfristig verändern lassen.
Disharmonien oder ein Ungleichgewicht beim Reiten äußern sich zum Beispiel durch Einknicken oder Schiefe im Sitz, unsichere Balance, Spannung oder unklare Hilfengebung. Im neuroathletischen Training werden deshalb gezielt Sinnesreize und Bewegungen eingesetzt, um die Kommunikation zwischen Gehirn und Körper zu verbessern. Und durch das Trainieren des Zusammenspiels von Gehirn, Augen, Gleichgewicht und Körperwahrnehmung soll sich das Reiten verbessern lassen.
Nach der Theorieeinheit ging es los mit einem gemeinsamen neuroathletischen Dehnungs- und Aufwärmprogramm. Dabei legte Sabrina allen wärmstens an Herz, die gezeigten Übungen auch zukünftig vor jeder Reiteinheit zum Pflichtprogramm werden zu lassen. Denn eigentlich liegt es auf der Hand, man sollte nicht nur das Reittier vor dem Training aufwärmen, sondern auch der Reiter sollte sich entsprechend vorbereiten. Das angewandte „Neuro-Warm-Up“ ist dabei nicht nur geeignet, die Muskultur aufzuwärmen, sondern soll auch das Gehirn auf die Reiteinheit vorbereiten. Es aktiviert Sensorik, Gleichgewicht und Sehen und sorgt so für mehr Klarheit, Körpergefühl und Balance im Sattel.

Nach dem kurzen Aufwärmprogramm durften die Reiterinnen nacheinander in den Sattel von Reitsimulator Sir Keno klettern. Das große Elektro-Reittier ist vollgestopft mit ganz viel High-Tech und spezielle Sensoren machen eine individuelle Sitzanalyse möglich. Jede Reiterin konnte sich bei ihrem Ritt auf dem Simulator vollkommen auf sich selbst konzentrieren, Sir Keno lief unbeeindruckt weiter, er wurde nicht schneller oder langsamer oder wechselte unaufgefordert die Gangart. Gleichmäßig schritt, trabte oder galoppierte der große Schwarze dahin. Nur mit dem Tölten klappte es leider nicht – diese Spezialgangart fehlt dem Elektro-Pferd. Dies sehr zum Bedauern der Isi-Reiterinnen, die hier auf jeden Fall noch Entwicklungsbedarf und eine lukrative Marktlücke sahen.
Anfangs noch ungewohnt, arrangierten sich die Isi-Reiterinnen dann aber doch schnell mit den simulierten Großpferde-Schrittlängen. Und Sir Keno belohnte dieses Engagement mit einem exakten Feedback: sitze ich zu weit hinten, zu weit vorne, zu weit rechts oder links, halte ich die Anlehnung konstant, schwingen die Beine locker mit oder gebe ich zu viel Druck in die Bügel? All das machten Sir Kenos Sensoren sichtbar und die individuelle Analyse lieferte genaue Hinweise darauf, wo jeweils Optimierungsbedarf besteht. Sabrina gab dazu hilfreiche Tipps, erklärte, korrigierte und änderte Positionen von Oberkörper und Beinen hin zu einem lockeren Sitz. Und allen gab sie Hausaufgaben mit auf den Weg, zum Umsetzen auf und mit dem eigenen Pony. Ob fleißiges Trainieren dann auch die gewünschten Effekte hat, wollen einige der Teilnehmerinnen bald überprüfen, denn die außergewöhnliche Reiteinheit gefiel so gut, dass bereits ein Folgetermin für das nächste Frühjahr geplant ist.
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